Einen Monat hat mein Blog eine ungeplante Pause gemacht. Zeit um nachzudenken und zu verarbeiten und dennoch das Warum nicht verstehen zu können.
Montag, 2. März 2026
Am Morgen vor gut 4 Wochen öffne ich Facebook, um zu sehen, was es in den kreativen Gruppen, in denen ich Mitglied bin, Neues gibt. Da stoppt mich der erste Beitrag, den ich in meinem Stream sehe.
Ich kenne ihn nicht persönlich, folge jedoch seiner Seite schon sehr lange. Er schreibt Beiträge zu vorwiegend politischen und gesellschaftlichen Themen und gibt interessante Denkanstöße. Doch diesmal ist bereits der erste Satz sehr persönlich. Ich lese weiter und begreife nach und nach, dies soll kein Denkanstoß sein. Es ist ein Abschied!
Er befindet sich auf einer Fähre nach Südengland. Er habe lange darüber nachgedacht, wie er es zu Ende bringt und sich für diesen Weg entschieden. Er wird nachts unbemerkt über Bord gehen und seinem Leben ein Ende setzen! Kein warum, nur, dass er einfach „nicht mehr kann“. Er schreibt, dass zum Zeitpunkt, da wir dies lesen, es bereits geschehen ist. Ich war fassungslos! Ein so intelligenter und gebildeter Mann im besten Alter und offensichtlich in einem funktionierenden und guten Umfeld verankert. Niemals hatte er sich über Depressionen oder ähnliche Gedanken geäußert. Und nun diese Nachricht an seine Leser. Es hat mich zutiefst getroffen. Und nicht nur mir ging es so, wie die Kommentare unter dem Beitrag zeigten. Viele realisierten nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits geschehen war. Natürlich, man hofft immer, dass im letzten Moment doch der Mut fehlte. Einige hatten die Polizei verständigt. Ich habe den größten Fehler gemacht und einen Suizid an Facebook gemeldet. Niemals wieder würde ich dies tun! Die Antwort einige Stunden später raubte mir nochmals den Atem! Ich musste diesen Screenshot machen, weil ich es nicht fassen konnte:

Ich habe einen Suizid gemedet! Und so reagiert Facebook darauf? Unglaublich! Wofür gibt es bitte überhaupt diese Funktion? Ich werde sie niemals wieder benutzen! Nichts, aber auch gar nicht, ist an Facebook „sozial“!
Der Beitrag ist gelöscht. Unter dem letzten sichtbaren Beitrag gibt es noch einige Trauerbekundungen. Jemand hat sich erkundigt. Offenbar wurde der Vorfall von den Behörden oder der Polizei bestätigt. Seine Seite ist noch da. Ich schaue ab und zu noch hinein. Immer noch in der Hoffnung, etwas Positives zu lesen, obwohl ich weiß, dies wird nicht passieren. Er hat es tatsächlich getan. Und es macht mich so unsagbar traurig, dass er wohl keine Kraft mehr hatte, sich Hilfe zu suchen. Ich muss an seine Familie denken, seine Kinder, die er erwähnt hatte. Wie schrecklich muss es für sie alle sein? Welche Vorwürfe müssen sie sich machen, seinen Gemütszustand nicht erkannt zu haben?
Ich konnte nicht einfach weitermachen und einen Blogbeitrag schreiben, als wäre nichts geschehen. Stellvertretend für Viele Menschen, denen es auch so gehen mag, möchte ich sagen:
BITTE SUCHT EUCH HILFE!!!
Egal wo ihr seid, egal bei wem! Da sind immer Menschen, die euch zuhören, unterstützen, auffangen können. Ihr seid nicht alleine mit euren Sorgen, mit eurer Krankheit oder was auch immer euch beschäftigt!
Lebewohl Marc! Ich habe dich sehr geschätzt, ohne jemals näheren Kontakt gehabt zu haben. Ich werde dich sehr vermissen!